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berlin2017:mietshaeuser-syndikat

Mietshäuser-Syndikat Notizen

In german, contains some german legal terms. Official Website of the Mietshäuser-Syndikat.

Das Mietshäuser Syndikat ist eine in Deutschland singuläre, kooperativ und nicht-kommerziell organisierte Beteiligungsgesellschaft zum gemeinschaftlichen Erwerb von Häusern, die selbstorganisiert in Gemeineigentum überführt werden, um langfristig bezahlbare Wohnungen und Raum für Initiativen zu schaffen. Im Jahr 2017 war es an 117 Hausprojekten in Deutschland beteiligt, davon 16 in Freiburg, 21 in Berlin und Potsdam und 10 in Leipzig. (Wikipedia)
  • Prinzipien: “Bezahlbarer Wohnraum für alle!” und “Die Häuser denen, die drin wohnen!”
  • dafür sollen Immobilien dauerhaft dem Markt entzogen (“entprivatisiert”) werden und nur mehr zur fairen Bereitstellung von Wohnraum dienen
  • 1992 aus der Freiburger Hausbesetzungs-Szene hervorgegangen
  • Verbund aus Vereinen und GmbHs nach einem Vorschlag vn Matthias Neuling in “Auf fremden Pfaden. Ein Leitfaden der Rechtsformen für selbstverwaltete Betriebe und Projekte”, Berlin 1985
  • pro Projekt ein Hausverein und eine Hausbesitz-GmbH
  • bundesweit der Mietshäuser-Syndikat-Verein und die Mietshäuser-Syndikat-GmbH
  • alle Hausvereine plus Einzelpersonen und Gruppen sind im Mietshäuser-Syndikat-Verein vertreten; Verein ist der einziger Gesellschafter der Mietshäuser-Syndikat-GmbH
  • alle Hausbesitz-GmbH haben den jeweiligen Hausverein und die Mietshäuser-Syndikat-GmbH als Gesellschafter
  • wichtige Entscheidungen über das Haus können nur mit beiden Stimmen beschlossen werden, die Mietshäuser-Syndikat-GmbH agiert als Kontrollinstanz; hausinternes, auch Miethöhe, regelt der Hausverein alleine; so wird Umwidmung oder Verkauf ausgeschlossen
  • Finanzierung der einzelnen Hausprojekte über das GmbH-Stammkapital (12.400 € + 12.600 € = 25.000 €), Bankkredite, Direktkredite sowie Kredite aus dem Solidarfonds
  • Solidarbeitrag der bestehenden Hausprojekte anfangs gering und steigt mit fortlaufender Kredittilgung an; die Mieten von Projekten von >30 Jahren sollenso zu ca. 80% dem Solidarfonds zugutekommen (nicht etwa Mietminderungen oder luxuriöser Ausstattung), was die Gründung neuer Projekte begünstigt
  • ähnliche Konzepte auch in Österreich, Niederlande, Frankreich
  • meist sind den Häusern Werkstätten, Gemeinschaftsküchen, Cafés, Vereinsräume, Umsonst-Läden etc. angeschlossen

So ein Konzept aus dem kapitalismus-kritischen Umfeld ließe sich auch auf Wissenschaft und Bildung übertragen, siese hierzu auch die Iversity-Session am Leipzig-Symposium. Der verfügbare Raum sollte zum Austauschen, Arbeiten, Lernen in verschiedenen Formen geeignet sein. Eine gewisse Gefahr besteht bei 'hybrider' Nutzung als Arbeits- und Wohnraum, wenn die Bereiche nicht klar getrennt werden, da dann die Bedürfnisse zu sehr auseinanderklaffen. Die jeweiligen Nutzungsbedingungen müssen innerhalb der betreibenden Gruppe verhandelt und klar definiert werden, wie dies auch bei anderen Commons üblich ist.

berlin2017/mietshaeuser-syndikat.txt · Last modified: 2017/02/23 12:20 by markus